Alte Beitel

Bergische Eisenindustrie

 

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Warum die Eisenindustrie sich im Bergischen Land ansiedelte, kann nicht zweifelsfrei geklärt werden. Es gibt aber einige Theorien darüber. So soll Graf Adolf II von Berg Schmiede aus Damaskus von einem Kreuzzug (1147-1149) mitgebracht haben. Eine andere Erklärung besagt, dass um 1290 steirische Sensenschmiede ins Bergische Land übergesiedelt sein sollen.

 

... Oder, Arbeiter Adolfs VII haben die Kunst des Schmiedens in England, Sheffield, erlernt. Weiter wird vermutet, dass Schmiede aus Armata, Toledo und Sarragossa die Fertigkeiten ins Bergische gebracht haben. Es kann aber auch sein aus der Notwendigkeit heraus zu Überleben, weil eine ertragreiche Landwirtschaft oder Viehzucht auf den vorhandenen Wiesen und Äckern nicht möglich war.

Zweifelsfrei ist wohl in dieser frühen Zeit die geschickte Ausnutzung der Wasserkraft durch Hammerwerke und Schleifkotten nicht der ausschlaggebende Grund gewesen. Sicherlich war schon ein gewisses Fachwissen und handwerkliche Fertigkeit in der hier lebenden Bevölkerung vorhanden. Sicher ist, dass das an manchen Stellen zutage tretende manganhaltige Eisenerz im Bergischen schon ab etwa dem 9. Jahrhundert in sogenannten "Waldschmieden" in Rennöfen aufbereitet wurde. Für das Schmelzen des Eisenerzes benötigt man etwa das 1,5-fache an Holzkohle. Diese wurde von Köhlern aus den Buchenwäldern der Region gewonnen. Die Siedler im Bergischen Land stellten die Eisenwerkzeuge eher für den Eigenbedarf her. Möglicherweise gab es auch damals schon eine Person (Dorfschmied), die das Handwerk des Schmiedens besonders gut beherrschte und für andere Metallteile anfertigte.


Erst ab dem 14. Jahrhundert nutzten die Schmiede und Schleifer die Wasserkraft der vorhandenen Bäche mit Hilfe von Hammerwerken und Schleifkotten. Die Bäche speiste der allgemein bekannte "Dauerregen" im Bergischen Land. Tiefdruckgebiete führen Wolken in West-Ost-Richtung über das flache Rheinland auf das Bergische Land zu. Die Wolken werden an den Bergen in größere Höhen gezwungen und regnen dann ab, weil der Wasserdampf in den kälteren, hohen Bereichen kondensiert. Der Höhenunterschied zwischen der Rheinebene z.B. bei Düsseldorf (38 m üNN) und z.B. Remscheid (365 m üNN) beträgt ca. 327 m. Während die Niederschlagsmenge im Rheinland etwa 760 Liter im Jahre auf den Quadratmeter beträgt, sind es im Bergischen Land mehr als 1300 Liter im Jahr und pro Quadratmeter.

 

Wo wurden nun Beitel und Holzbildhauerwerkzeuge hergestellt?

 

Hammerwerke und Schleifkotten

 

Zeitraum Ort Bach Bezeichnung des Hammerwerks Art Produkte Quelle
um 1900 Remscheid Am Eschbach Kellershammer Stahlhammer: 3 Hämmer Faconschmiede, Beitel-, Hobeleisen- und Feilenfabrik, fertig gewalzte Feilen [D14]
             
             
             
             
             
             

 

 

 

Vollmacht der Kleinschmiede (incl. Beitelschmiede)

 

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Letzte Aktualisierung: 30.06.2010