Alte Beitel

Geschichte der Beitel

Die vorgeschichtliche Zeit bezeichnet man nach den Materialien, aus den die Gebrauchsgegenstände, u.a.Waffen und Handwerkzeuge, angefertigt hat. Eine genaue Festlegung der Stein-, Bronze- und Eisenzeit ist nicht möglich, weil sie bei den verschiedenen Kulturen voneinander abweichen. Zwischen der Stein- und der Bronzezeit liegt noch die Kupferzeit.

 

Steinzeitliches Stemmeisen

Bild 1:
Steinzeitliches
Stemmeisen mit
Holzheft

Steinzeit

 

Vor etwa 2 Millionen Jahren, zu Beginn der Steinzeit, sind in Afrika vom Homo habilis und Homo ergaster die ersten Steinwerkzeuge hergestellt und benutzt worden. In der Jungsteinzeit (ca. 4000 v. Ch. in Europa) sind die Steinwerkzeuge schon deutlich auf die verschiedenen Anwendungsgebietewie Schneiden, Sägen, Schaben oder Hauen angepasst.
Das Artefakte (Bild 1) aus dem Neolithikum wird "Dick-Nacken-Meissel mit quadratischem Querschnitt" genannt. Es datiert aus der jüngeren Trichterbecherkultur, 3400 - 2800 v.Chr. und der frühen Einzelgrabkultur 2800 - 2400 v. Ch. Lange schlanke Meisel mit vollständig geschliffenen Seiten waren geeignet zum Aussparen von Zapflöchern beim Hausbau, zum Anfertigen von Schaftlöchern bei Beilschäften und ähnlichem.Vermutlich schlug man mit einer Holzkeule auf den Meissel, genau wie bei den heutigen Stemmeisen. Die Länge des Werkzeuges beträgt 135 mm. Provenienz ist die Sammlung eines Gutshofes mit Funden von dessen Ländereien auf Looand/Falster in Dänemark.

 


Stecheisen aus der Kupferzeit

Bild 2:

Stecheisen

aus Kupfer

mit Holzheft

Kupferzeit

 

Ab 40.000 - 35.000 J. v. Ch. verfeinerte sich die Formgebung vom einfachen Faustkeil hin zu spezifischen Form. Zu Beginn der Kupferzeit ( ca. 4000 v. Ch) entwickelten die Kulturen in dem Bereich zwischen Euphrat, Tigris und Nil die ersten Beile, Keile, Meißel und Sägen. Der Vorteil bei kupfernem Werkzeug war die leichtere Verarbeitung gegenüber Stein. Durch die Möglichkeit der Kaltverformung war es nun auch technologisch durchführbar unterschiedliche Formen herzustellen.

 


Bronzezeit-Beitel ohne Heft

Bild 3

Bronzezeit

Beitel ohne

Heft (National

Museum Wales

in Cardiff)

Bronzezeit

 

Diese Zeit brachte enorme technische Entwicklungen mit sich. So wurde der Pflug, das Brennen von Ziegeln, derWebstuhl, das Wagenrad, die Töpferscheibe und vieles mehr erdacht. Es gelang auch erstmals Metall zu schmelzen und zu Werkzeugen zu verarbeiten. In diese Zeit gehört auch die Entdeckung, dass durch Zusatz von Zinn dem Metall bessere Eigenschaften verliehen werden konnten. Somit wurde die erste künstliche Legierung , die Bronze, hergestellt. Es war jetzt ein Material gefunden worden, dass den bekannten Steinwerkzeugen weit überlegen war. Das Stemmeisen, mit der relative einfachen Form, gehörte sicherlich zu den ersten Werkzeugen, die aus Bronze hergestellt wurden. In der heutigen Zeit findet man noch viele Formen von Werkzeugen, die aus der Bronzezeit stammen.
Werkzeuge aus der Bronzezeit fanden in weiten Teilen Europas - gegenüber Ägyten oder Mesopotanien - keine große Verbreitung. da hier das Kupfer-Zinn vorkommen zu gering war. Bronzewerkzeuge haben deshalb die Steinwerkzeuge nie ganz verdrängen können.


Eisenzeit

 

Die Eisenzeit beginnt in unserem Kulturraum etwa 900 - 700 v.Ch. Lange Zeit hatte die Herstellung von Werkzeugen aus Eisen keinen Vorteil gegenüber Bronzewerkzeugen. Das änderte sich mit der Entdeckung der Möglichkeit dem Eisen eine höhere Härte zu verleihen. Vorderasien, Kleinasien und die Ägäis sind als die Bereiche anzusehen, in denen die Weiterverarbeitung von Eisen zu Stahl erstmalig gelungen ist. Eisen wurde in der Antike vorwiegend benutzt. Die Römer und Griechen entwickelten die Metallurgie weiter, so das Werkzeuge noch spezieller für unterschiedliche Berufsgruppen angefertigt wurden. Etwa zu Beginn unserer Zeitrechnung gab es die ersten Hobel.
Einige Werkzeuge aus der Römerzeit tragen schon Schmiedemarken des Herstellers.
Alle während der Eisenzeit hergestellten Gegenstände waren nicht gegossen, sondern geschmiedet. Grund ist: Mit den Rennfeueröfen jener Zeit konnte die Schmelztemperatur von Eisen (ca. 1500 °C) nicht erreicht werden. Im späten Mittelalter war das dann mit Hilfe der durch Wasserkraft getriebenen Blasebalge erst möglich.

 

 

Mittelalter

Mit dem Untergang der antiken Kultur fielen auch die technischen Arbeitsverfahren über Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst im 11. und 12 Jahrhundert konnte das technische Niveau in Europa wieder die Qualität der Antike erreichen.

 

Bemerkung: Alle Bilder sind vom Autor nach Originalen abgezeichnet worden.