Alte Beitel

Klüpfel - Schlegel

 

<< Zurück

 

Klüpfel - auch Schlegel genannt - werden bei der Holzbearbeitung immer dann gerne eingesetzt, wenn ein Arbeiten von Hand zu ineffizient ist. Das ist dann der Fall, wenn z.B. dem Werkstück größere Mengen von Holz entnommen werden sollen oder die Kraft der Arme aufgrund der Klingenbreite oder der Holzhärte nicht mehr aufgebracht werden kann oder es frühzeitig zu einer Ermüdung kommen könnte.
Die gröbere Entnahme von Holz mit Hilfes des Klüpfels wird selbstverständlich auch gerne als gestalterisches Element beim Holzschnitzen eingesetzt.

 

Klüpfel findet man in eckiger oder runderr Form.

 

Eckige Form des Klüpfels

 

Bei der eckigen Form des Klüpfels findet man in der Regel plane Ebenen vor. Diese planen Ebenen sind beim Arbeiten mit dem Stechbeitel oder Lochbeitel von Vorteil, weil das rechtwicklige Auftreffen des Klüpfels hierbei die gewollte gerade Bewegung des Stech- oder Lochbeitels unterstützt. Klüpfel in dieser Form findet man häufig bei Tischlern und Zimmerleuten.

 

Klüpfel mit ebenen Flächen
Klüpfel mit ebener oder leicht balliger Bahn

 

 

 

Runde Form des Klüpfels

 

Bei der Herstellung von Schnitz- oder Holzbildhauerarbeiten hat sich die Benutzung des Klüpfels mit runder Kopfform durchgesetzt. Die Formgebung des Werkstückes fordert unterschiedliche Auftreffwinkel des Küpfels auf das Bildhauereisen. Das ist vor allen mit der runden Kopfform leichter zu realisieren.

 

Runde Klüpfel
Klüpfel mit runder Kopfform

 

 

Beide Kopfformen - eckig und rund- weisen zum Griff hin eine leicht konische oder ballich konische Verjüngung auf. Grund ist der Wunsch, dass der Klüpfel beim Auftreffen auf das Heft (Griff) des Werkzeuges möglichst flächig auftrifft. Das verhindert weitgehend ein zusätzliches Abdriften des Werkzeugs nach oben oder unten.

 

 

Als Werkstoffe werden eingesetzt:

 

Hartholz für den Kopf: Pockholz, Hagebuche, Weißbuche, Rotbuche, Birne, Bubinga, Weißeiche

Holzart für den Handgriff: Esche, Nussbaum, Weißbuche, Eibe

Kunststoff: Polyamid 6

Metall: Eisen, Bronze, Messing

Kopfdurchmesser: 40 - 120 mm

Gesamtgewicht: 140 g bis 1250 g

 

Welchen Klüpfel soll man nun für seine Aufgabe auswählen? Da hängt natürlicherweise von der Statur der Schnitzerin oder des Schnitzers ab, von der Art des Holz, das ich bearbeiten will und von der Spangröße, die ich zu entnehmen wünsche. Ein zu leichter Klüpfel ist auf die Dauer genau so anstrengend wie unbefriedigent wie ein zu schwerer Klüpfel. Das Gewicht und die Kopfgröße des Klüpfels sollte auch auf die Breite der Klinge abgestimmt sein. Eine breite Klinge sorgt für einen höheren Reibungswiderstand im Holz. Hier ist dann ein schwerer Klüpfel auszuwählen.

Greift man bei Benutzung eines relativ schmalen Bildhauereisen zu einen zu schweren Klüpfel, so kommt es leicht zu einer Vibratrion des Eisens beim Auftreffen. Das kann sehr schmerzhaft in der Führhand sein. Bei derartiger jahrelanger Belastung kann es dann zu einer Schädigung der Nerven in der Hand oder einer Verletzung der Knochen kommen.

 

Ab und an habe ich persönlich den Wunsch mit einem schweren Klüpfel einmal richtig hinzulangen. Das befreit ungemein!

 

Hier mal eine Empfehlung für die Auswahl des passenden Klüpfelgewichts:

 

Voraussetzung: eine gut abgezogenes Klinge

 

Breite der Werkzeugklinge Empfohlenes Gewicht des Klüpfels
1 - 5 mm 140g bis 400g
6 - 20 mm 500g bis 800g
21 - 40 mm 900g bis 1250 g
   


<< Zurück

 

Letzte Aktualisierung: 19.05.2010