Alte Beitel

Die Zeichenrolle des Cronenberger Handwerkgerichts
(1766-1829) und ihre Nachfolger

 

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"Carl Theodor Von Gottes Gnaden Pfaltz Graf Bey Rhein des heiligen Römischen reichss Ertz-Schatz-Meister und Churfürst in Bayern zu Gülich Cleve und Berg Hertzog, Fürst zu Mörs, Marquis zu Bergen op Zoom.

 

Unseren gnädigsten gruss zu Vor, wohlgeborner Lieber getreuer!
Nachdem Uns vom Unter Vogten deren geschlossenen Sensenschmits Handwercker Johann Peter Frohn unthgst. hinter Bracht worden, dass ein Jeder dieses Handwercks sein Besonders Zeichen führe, und solches auf die Von ihme Verfertigte Waaren präge, fort das Zufolg des Privilegy articulo 15 to Keiner dem anderen sein Zeichen Nachschlagen solle; welches alles aber Bey jetzigen Zeiten schlecht Beobachtet würde, woraus allerley streit, arresten und andere jrrungen entstehen thätten; alss ist unser ggster will hiermit, dass

 

1 mo alle Jetzt im Brauch seyende Zeichen eingeschrieben, fort weme solche gehörren, und auf welche waaren solche geschlagen seyendt, ins Handwercks protocollum abgetrücket, oder auf Bley geschlagen werden,

 

2 do wan ein Zeichen unter denen Meistern Verkauft wird oder auf erben Uebergehet, der Besitzer oder acquirens (Erwerber) solche Veränderungen ad protocollum anzuzeigen und jnner Vier Zehen Tagen seinen Nahmen alss Jetzigen Besitzer einschreiben zu lassen, Bey Verlust des Zeichens schuldig undt

 

3 tio keinem erlaubt sein solle, ein Neu erwehltes Zeichen zu schlagen; Er habe dan solches zu Vorn in denen Aembteren des Handwercks-Districts Von dennen Cantzlen Publicieren undt ins Zeichen Prothocoll einschreiben Lassen, damit es keinem anderen Meisteren Nach geschlagen werden möge; Wornach ihr also eingangss gemelten Unter Vogten zu instruiren habt, dass dieser nicht allein die gegen wärtige Zeichen in ordnung Bringen, Sondern auch Vors Künftige die einschreibung genau Verrichten, und darüber eine roll oder Verzeichnüs führen, auch Vor eins so anderes ahn gebührnüssen Jedes Mahlen nicht Mehr dan dreissig stüber Nehmen solle, dessen uns gnädigst Versehendt wir eich mit gnaden gewogendt Verbleibe Düsseldord den 19ten Xbris 1765

 

auss Höchst gemelt H. Churfürstl.

gnädigstem Befehl

Graf Von Golt Stein

 

ahn

ober Vogten deren geschlossene

Sensenschmits Handwercker

FHrrn Von Schirp

Pütz

 

 

 

"Die Zeichenrolle als Quelle für die Erfassung gewerblicher Verhältnisse in Cronenberg

 

Die Zeichenrolle wurde von 1766 bis 1829 geführt. Die vor allem in späterer Zeit nicht immer sorgfältig, zum teil unvollständig erfolgten Eintragungen enthalten im Normalfall außer dem Datum den Namen des Zeichenbesitzers mit Wohnort, die Art der Ware, auf die er seine Zeichen schlägt, und eine Beschreibung seines Zeichens oder seiner Zeichen (...). Neben der Eintragung ist das Zeichen in Siegellack aufgedruckt. Leider sind diese Abdrucke nicht immer deutlich zu erkennen, einige sind auch vom Zahn der Zeit beschädigt oder nicht (mehr) vorhanden. Während der letzten Jahre der Zeichenrolle hat man teilweise ein zweckmäßigeres Verfahren angewandt: die Zeichen wurden neben dem Text schwarz-weiß abgedruckt. (In den späteren Zeichenrollen wurde nur noch so verfahren, außerdem wurden in der Zeit von 1831 bis 1837 die Zeichen auf Bleitafeln geschlagen). Für die Cronenberger, Lüttringhauser und Remscheider Eintragungen wurden (in dieser Reihenfolge!) gesonderte Abschnitt(e) angelegt. ..."

 

aus "Cronenberg - Aus Geschichte und Wirtschaft", Bockemühl, Knübel, Rausch, Stursberg, Wilms [B122]

 

Die Bleitafeln

 

Nach Hans Jungblut "Zeichenbräuche der Schmiede und Schleifer zu Remscheid, Cronenberg und Lüttringhausen" gibt es im Heimatmuseum Remscheid elf Bleitafeln mit insgesamt 431 Eintragungen.

Der Verbleib ist zur Zeit im Heimatmuseum nicht bekannt.

 

 

 

Tabellarischer Auszug aus der Zeichenrolle

 

hier: Zusammenstellung der Zeichen auf Schreiner-oder Schnitzwerkzeugen

 

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Letzte Aktualisierung: 28.11.2010