hocker_stiefel_DSC_0110.jpg

Schnitzbeitel

Während Stechbeitel, Hohlbeitel und Lochbeitel für die Bearbeitung von Holz nach DIN (Deutsches Institut für Normung e.V.) genormt sind, gibt es für Holzbildhauerwerkzeuge (noch) keine Richtlinien. Die Aufteilung von deutschen Herstellern folgt der in England erstellten Sheffield-List in weiten Teilen. 

Die Vielfalt der Bildhauereisen resultiert neben unterschiedlichen Klingenbreiten vor allem aus der Ausformung der Klingen mit unterschiedlichen Kehlungen auch Stich genannt. Die Kehlungen sind bis auf Ausnahmen (z.B. bei Stich 1 ist der Durchmesser unendlich, also eine Gerade und bei Stich 11 ("Deutsche Liste") ein verlängerter Halbkreis) immer Bogensegmente von Kreisen mit unterschiedlichen Durchmessern. Die Durchmesser reichen von 2 mm bis 1000 mm.

Grundformen von Bildhauerwerkzeugen

gerade Form gerade Form
Rechts schräge Form (rechts) schräge Form
Gebogene Form gebogene Form
Gerades gekröpfte Form gerade gekröpfte Form
Rechtsschräge gekröpfte Form gekröpft rechts schräge Form
gekröpft linkschräge Form gekröpft links schräge Form
verkehrt gekröpfte Form verkehrt gekröpfte Form

Stich - Kehlung (englisch: sweep)

Nochmals kurz zum Verständnis: Unter Stich versteht man die Kehlung bei Schnitzwerkzeugen, die quer zur Klinge angelegt ist. Die Krümmung des Eisens beschreibt dabei einen Ausschnitt des Kreises (Kreis-Segment).

Ausgangspunkt für die einzelnen Stiche ist wohl die Sheffield-Liste aus England gewesen. Den Zusammenhang zwischen den einzelnen Stichen zeigt die Tabelle 2 .

 

*1 siehe Maß der Skizze 1

Tabelle 2: Innerer Aufbau der Sheffield-Liste (Chris Pye - 2003) -[B3]

Fast jeder Hersteller von Holzbildhauerwerkzeug hat seine eigenen Maße für die einzelen Stiche festgelegt. Warum aber eine bestimmte Aufteilung ausgewählt und wie die Abstufung der einzelen Stiche vorgenommen wurde, geschieht bei den von mir angesprochenen Firmen aus Tradition so. 

Die Ergebnisse der Berechnungen wurden auf ganze Zahlen gerundet!

Bei den theoretisch berechneten Maßen handelt es sich um Nennwerte. Da die Bildhauereisen in der Regel noch von Hand geschliffen werden, können hier geringfügige Abweichungen auftreten. Dies hat bekanntermaßen keinen Einfluß auf das Schnitzergebnis.

Drucken