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DIN-Vorschriften für Beitel (Deutsches Institut für Normung)

Für Stechbeitel, Lochbeitel und Hohlbeitel sind vom Deutschen Institut für Normung (DIN) Vorschriften für die normgerechte Herstellung herausgegeben worden.

 

In den DIN-Mitteilungen vom 5. Februar 1931 informierte der Normenausschuss über Normenblattentwürfe:

 

E 5139 Stechbeitel, leicht, für Holzbearbeitung
E 5140 Stechbeitel, mittel, für Holzbearbeitung
E 5141 Stechbeitel, schwer, für Holzbearbeitung
E 5142 Hohlbeitel für Holzbearbeitung
E 5143 Lochbeitel für Holzbearbeitung
E 5144 Drechslerbeitel


"Die vorliegenden Normenblattentwürfe wurden vom Werkzeugbund in Remscheid aufgestellt.
Eine von Verbraucherseite beantragte gröbere Stufung der einzelnen Größen wurde von den Herstellerkreisen mit Rücksicht auf den Auslandsabsatz abgelehnt. Das Maß l für die Gesamtlänge des Beitels anzuführen, wurde ebenfalls von den Herstellern mit der Begründung abgelehnt, daß diese Angabe für die Praxis keinen großen Zweck habe, da für den Verbraucher beim Aufstielen des Heftes dieses Maß sowieso verschwindet und alle Längenangaben im Verkehr zwischen Erzeuger und Abnehmer ausnahmslos im In- wie im Ausland nur auf der Blattlänge beruhen." [DIN Mitteilungen, Band 14, Heft 3, 5. Februar 1931]

Hier sind die Normen rund um den Beitel:

Beitel-Normen

 

 Die Normen von 1973-03 sind dem DIN -Taschenbuch 42 (02-2007) entnommen.

Diese und andere Normen können beim Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin unter: www.beuth.de oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt werden

 

 Standard-Katalog der Deutschen Werkzeug-Industrie

 Im Standard-Katalog der Deutschen Werkzeug-Industrie von 1929 ist folgender Einführungstext zu lesen:

 

"Seit langem besteht in weiten Kreisen der Firmen, die Werkzeuge nach dem Ausland ausführen, der Wunsch, ein brauchbares Handbuch zu besitzen, das eine übersichtliche Wiedergabe der auf den einzelnen Exportmärkten gängigen deutschen Werkzeuge enthält." [b206]

Hier sind für den uns hier interessierenden Bereich Benennungen, Nummerkreise, Maße und Gewichte von Werkzeugen in 5 Sprachen zusammengestellt.

 

 

 

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Heimatforscher Bergisches Land

Einige Heimatforscher mit Bezug zu Remscheid, Cronenberg und Ronsdorf

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Herstellung von Beiteln

Herrichten und Instandhalten von Polierscheiben (Pließten)

Der Verfasser der nachfolgenden Anleitung über das Herrichten von Pließtscheiben ist nicht bekannt. Mir wurde diese Unterlage freundlicherweise von Herrn Gerhard Jansen zur Verfügung gestellt.

Pließtscheiben
Abb. 1 Pließtscheiben

"Nach dem Schleifen der Werkstücke auf starren Schleifscheiben ist vielfach noch ein Nachschleifen auf elastischen Scheiben mit aufgeleimtem Schmirgel notwendig. Bei Aufbringung von feinstgeschlämmtem Schmirgel finden diese Scheiben auch als Polierscheiben Anwendung. In der Hauptsache werden Holzscheiben mit Lederbezug und Filzscheiben benutzt. Die genaue Herrichtung dieser Scheiben entsprechend dem Arbeitszweck erfolgt in kleineren Betrieben durch die Schleifer selbst, in größeren Betrieben wird diese Arbeit oft einem Spezialfachmann übertragen. Die Herrichtung dieser Scheiben erfolgt nicht immer sachgemäss, so dass auf diese Arbeit kurz eingegangen werden soll.

Man hat zu unterscheiden: Holzscheiben mit Flachlederriemenbezug und sogenannten Kopfscheiben, bei denen das Leder entweder in radialer Anordnung quer zur Scheibe steht oder die Lederriemen in diagonaler Richtung dicht nebeneinander mit der Kante nach oben liegend. Die Art des verwandten Leders ist für das Arbeitsergebnis von ausschlaggebender Bedeutung, und deshalb suchen Spezialschleifer vielfach die Flachriemen selbst aus und überziehen auch selbst die Scheibe. Die Holzscheibe wird zunächst mit dem Drehstahl rund gedreht und mit kleinen Rillen versehen, um eine grössere Haftfläche für den aufzuleimenden Riemen zu erhalten. Der Riemen wird mit kräftiger Leimlösung in folgender Weise aufgeleimt:
Um den Riemen für den Leim empfänglicher zu machen, wird die aufzuleimende Kernseite mit einer Raspel aufgerauht. Auf das eine Ende des Riemens gibt man nun Leim und befestigt ihn mit einem Leimnagel auf der Scheibenhochkante. Ein weiteres Stückchen Riemen, etwa 15 cm, und die Scheibe erhalten nun einen weiteren Leimanstrich, der Riemen wird angezogen und am Ende der Beleimung wieder mit einem Nagel befestigt. Stückweise wird so der Riemen aufgeleimt bis der ganze Scheibenumfang bezogen ist. An den Enden wird der Lederstreifen so abgeschrägt und übereinandergelegt, dass ein Ausreissen bei der Arbeit nicht erfolgen kann. Nach einigen Tagen ist die Beleimung gut trocken und man füllt die entstandenen kleinen Löcher mit Lederstreifen aus. Darauf wird die Scheibe auf ihrer eigenen Achse nochmals mittels eines scharfen Meissels zentrisch gedreht.
Bevor wir auf die Praxis des Beleimens der Scheiben eingehen, einige Angaben über die Auswahl und Behandlung des Leimes, da selbst von Fachleuten auf diesem Gebiet viel gesündigt wird. Am besten eignet sich Hautleim*1, der eine hohe Bindekraft, genügend Zähigkeit und Elastizität besitzt. Vor dem Gebrauch wird der Tafelleim etwa 8 Stunden aufgeweicht, er nimmt ungefähr das Doppelte seines Gewichtes an Wasser auf. Keinesfalls soll der Leim beim Aufweichen breiig werden. Vor der richtigen Wärmebehandlung des Leimes hängt die Güte der Scheibe ab. Selbst in den Anweisungen einiger Kataloge liest man, dass der Leim bis zum Kochen erhitzt werden müsse, und auch in der Praxis wird in den meisten Fällen hiernach verfahren. Die größte Bindekraft liegt indes bei 55 - 60°C. Bei Temperaturen über 60° macht sich im Leim eine erhöhte Bakterientätigkeit bemerkbar, die die Bindekraft ist stark herabmindert. Es ist nicht mehr Leim zu bereiten, als zu der betreffenden Arbeit notwendig ist. Keimfreie Zubereitung, Benutzung sauberer Leimtöpfe und Leimauftragbürsten sind für den Erfolg der Scheibenleimung von größter Bedeutung; denn alte Leimreste führen zur Bakterienbildung und zum Zersetzen. Zu beachten ist auch, dass mit jeder Stunde Erwärmungsdauer der Leim etwa 5% seiner Bindekraft einbüsst. Zugluft führt zum plötzlichen Abschrecken des Leims, der dadurch spröde wird und später bei der Arbeit ausbricht.
Das Auftragen des Schleifkornes auf die Flach- und Hochkantlederscheiben kann auf zweifache Art geschehen: Ein Gemisch von Schmirgel und Leim wird mit dem Pinsel aufgetragen oder der mit dem Leim bestichene Bezug der Scheibe durch ausgebreitetes Korn gerollt. Die zweite Methode ist die einfachere und wird vielfach bei Herrichtung von gröberen Scheiben benutzt. Die Schleifkörner sind stark vorzuwärmen und vor dem Aufrollen gleichmäßig auf einer ebenen Fläche auszubreiten. Der Nachteil des Verfahrens besteht darin, dass beim Aufrollen die Körner nicht alle fest haften und nur wenige Schichten übereinander geleimt werden können. Der letzte Überzug erhält jedesmal einen schwachen Leimüberzug, um dem Schleifkorn einen festen Halt zu geben. Der Fachmann ist immer mehr von dieser Methode abgekommen und zieht das Aufleimen eines Leimschmirgelbreies vor.
Diese Art der Beleimung erfordert besondere Sorgfalt und Erfahrung. In größeren Betrieben lässt man deshalb zweckmäßig diese Arbeit von Spezialisten machen, wie wir schon oben erwähnten. Es kommt vor allem darauf an, Schmirgel und Leim im richtigen Verhältnis zu mischen. Gröberes Korn muss mit einer dickflüssigeren, feineres mit einer dünnflüssigeren Leimlösung gemischt werden, da die gröberen Körner sonst nicht haften und die feineren bei dickerer Lösung vollkommen eingebettet würden. Die Scheibe würde in diesem Falle verschmieren; bei stärkerem Andrücken verbrennt dann der Leim und der Belag löst sich. Bricht eine Scheibe aus, so liegt das an zu dünnem, zu kaltem oder angebranntem Leim. Bei einer künstlichen, zu plötzlichen Erstarrung schliesst der Leim das Korn nur ungenügend ein und es fällt leicht heraus. Das Trocknen erfolgt am zweckmäßigsten in einem Raum von 18 -24°C bei Vermeidung jeder Zugluft. Je dünner die Schicht ist, um so schneller trocknet sie. Damit das Gemisch nicht an der unteren Seite zusammenläuft, muss beim Beleimen die Scheibe gedreht werden. Nach dem Trocknen der ersten Schicht kann man 2-14 mal "drumleimen", je nach Verwendungszweck. Bei jeder nachfolgenden Beleimung kann man ein wenig warmes Wasser zugeben, doch darf die Verbindung mit der unteren Auflage nicht verloren gehen. Nach dem vollständigen Erstarren, das etwa 3 -4 Tage in Anspruch nimmt, sind die Scheiben gebrauchsfertig.

Um Scheiben die Schärfe zu nehmen, werden Sie vielfach vor dem Gebrauch nochmals umleimt, auch hält mal wohl ein Stückchen Dachziegel vor die umlaufende Scheibe oder "pliesstet" mit einem Stückchen Flacheisen geschlämmten Schmirgel mit Oel ein. Die Schleifwirkung lässt sich durch Bestreichen des Scheibenumfanges mit Oel oder leichtes Einreiben mit Wachs oder Talg mildern. Will man eine gute Politur erzielen, so sind mehrere Scheiben mit verschiedenartigen Riemen und mit stets feineren Politurmitteln zu benutzen.

Die Lebensdauer aufgeleimter Scheiben ist naturgemäß begrenzt. Unter keinen Umständen sollten sie solange benutzt werden, dass man bereits auf dem Leder arbeitet. Nach Abnutzung ist bei Scheiben, die in der Hauptsache noch Schleifzwecken dienen, meistens eine vollständige Beseitigung des alten Schmirgelbelags nicht notwendig, man kann sofort auf den alten Belag neu aufleimen. Das Säubern der Feinscheiben sollte nicht durch Aufweichen mit Wasser oder Auftragen einer Kalkschicht erfolgen, die den Belag löst, da sich bei diesem Verfahren auch leicht das Leder von der Scheibe löst. Am besten entfernt man alte Schleifreste dadurch, dass man einen groben Silizium-Karbitstein vor die Scheibe hält.
Aufgeleimt Scheiben arbeiten nur dann einwandfrei, wenn sie gut ausgewuchtet sind. Das Auswuchten auf Balancierbocks oder auch in einfacher Weise auf sogenannten Stellachsen erfolgt dadurch, dass man die Scheibe auf die Achse steckt und dadurch eine Schwerpunktverlagerung feststellt. An der dem Schwerpunkt entgegengesetzten Seite kann man auf dem Holz ein kleines Bleiplättchen befestigen und so das Gleichgewicht herstellen . (Verboten bei Schleifscheiben!) Dass Scheiben zitterungsfrei gelagert sein müssen, ist eigentlich selbstverständlich. Wer verstaubte Poliermassen aufträgt oder mit unsauberen Pinseln arbeitet, erhält Kratzer auf dem Arbeitsstück. In Räumen, in denen zugleich geschliffen wird, sollte nach Möglichkeit nicht poliert werden. Eine kräftig wirkende Absaugvorrichtung führt nicht nur den Staub fort, sondern kühlt auch die Scheibe und verhindert das "Brennen" der Werkstücke."

Verfasser: unbekannt

*1 gemeint ist Büffelhautleim

Pließtarbeitsplatz

Abb. 2: Pliessarbeitsplätze bei der Firma Gerhard Vogel


Reklame der Firm Feinenburg, Ohligs, über Pliessscheiben, im Jahr 1907


Abb. 3: Reklame der Firma Peter Feinenburg & Co., Ohligs bei Solingen im Jahr 1907 1


Reklame der Firma Friedr. Aug. Picard, Remscheid-Lennep, Deutschland aus dem Jahr 1940

Abb. 4: Reklame der Firma Friedr. Aug. Picard, Remscheid-Lennep, Deutschland aus dem Jahr 1940 2

 


Quellen:

1 Deutsche Metall-Industrie-Zeitung, 1907 [B144]
2 Die Deutsche Werkzeug-Industrie, 6. erweiterte Ausgabe, 1940 [B279]

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Holzberufe

Die Tabelle zeigt einige Berufe und Tätigkeiten, bei dem das Material Holz bearbeitet wird.

Quelle:
Berufsagentur für Arbeit

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Klüpfel-Schlegel

Klüpfel - auch Schlegel genannt - werden bei der Holzbearbeitung immer dann gerne eingesetzt, wenn ein Arbeiten von Hand zu ineffizient ist. Das ist dann der Fall, wenn z.B. dem Werkstück größere Mengen von Holz entnommen werden sollen oder die Kraft der Arme aufgrund der Klingenbreite oder der Holzhärte nicht mehr aufgebracht werden kann oder es frühzeitig zu einer Ermüdung kommen könnte.
Die gröbere Entnahme von Holz mit Hilfes des Klüpfels wird selbstverständlich auch gerne als gestalterisches Element beim Holzschnitzen eingesetzt.

 

Klüpfel findet man in eckiger oder runder Form.

 

Eckige Form des Klüpfels

 

Bei der eckigen Form des Klüpfels findet man in der Regel plane Ebenen vor. Diese planen Ebenen sind beim Arbeiten mit dem Stechbeitel oder Lochbeitel von Vorteil, weil das rechtwicklige Auftreffen des Klüpfels hierbei die gewollte gerade Bewegung des Stech- oder Lochbeitels unterstützt. Klüpfel in dieser Form findet man häufig bei Tischlern und Zimmerleuten.

 

Klüpfel mit ebener oder leicht balliger Bahn
Klüpfel mit ebener oder leicht balliger Bahn

 

Runde Form des Klüpfels

 

Bei der Herstellung von Schnitz- oder Holzbildhauerarbeiten hat sich die Benutzung des Klüpfels mit runder Kopfform durchgesetzt. Die Formgebung des Werkstückes fordert unterschiedliche Auftreffwinkel des Küpfels auf das Bildhauereisen. Das ist vor allen mit der runden Kopfform leichter zu realisieren.

 

 

Klüpfel mit runder Kopfform
Klüpfel mit runder Kopfform 

 

Beide Kopfformen - eckig und rund - weisen zum Griff hin eine leicht konische oder ballich konische Verjüngung auf. Grund ist der Wunsch, dass der Klüpfel beim Auftreffen auf das Heft (Griff) des Werkzeuges möglichst flächig auftrifft. Das verhindert weitgehend ein zusätzliches Abdriften des Werkzeugs nach oben oder unten.

 

 

Als Werkstoffe werden eingesetzt:

 

Hartholz für den Kopf: Pockholz, Hagebuche, Weißbuche, Rotbuche, Birne, Bubinga, Weißeiche

Holzart für den Handgriff: Esche, Nussbaum, Weißbuche, Eibe

Kunststoff: Polyamid 6

Metall: Eisen, Bronze, Messing

Kopfdurchmesser: 40 - 120 mm

Gesamtgewicht: 140 g bis 1250 g

 

Welchen Klüpfel soll man nun für seine Aufgabe auswählen? Das hängt natürlicherweise von der Statur der Schnitzerin oder des Schnitzers ab, von der Art des Holz, das ich bearbeiten will und von der Spangröße, die ich zu entnehmen wünsche. Ein zu leichter Klüpfel ist auf die Dauer genau so anstrengend wie unbefriedigent wie ein zu schwerer Klüpfel. Das Gewicht und die Kopfgröße des Klüpfels sollte auch auf die Breite der Klinge abgestimmt sein. Eine breite Klinge sorgt für einen höheren Reibungswiderstand im Holz. Hier ist dann ein schwerer Klüpfel auszuwählen.

Greift man bei Benutzung eines relativ schmalen Bildhauereisen zu einen zu schweren Klüpfel, so kommt es leicht zu einer Vibratrion des Eisens beim Auftreffen. Das kann sehr schmerzhaft in der Führhand sein. Bei derartiger jahrelanger Belastung kann es dann zu einer Schädigung der Nerven in der Hand oder einer Verletzung der Knochen kommen.

 

Ab und an habe ich persönlich den Wunsch mit einem schweren Klüpfel einmal richtig hinzulangen. Das befreit ungemein!

 

Hier mal eine Empfehlung für die Auswahl des passenden Klüpfelgewichts:

 

Voraussetzung: eine gut abgezogenes Klinge

 

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