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Beitel- und Hobelfabrikanten und die Presse

Beitel- und Hobeleisenfabrikanten im Spiegel der Presse

 

In der Deutschen Metall-Industrie-Zeitung, eine Wochenschrift und Anzeiger der Metallwaren- Fabrikaten und - Händler findet man gelegentlich kurze Informationen über die Vereinigten Beitel- und Hobelfabrikanten bzw. über die Beitelherstellung allgemein. Die Presseberichte sind hier chronologisch zusammengefasst ...

Datum Presseberichte Quelle
28.Januar.1907

"Die vereinigten Beitel- und Hobeleisen-Fabrikaten von Remscheid haben ebenfalls beschlossen, ab 2. Februar eine weitere Preiserhöhung von 5 Proz. eintreten zu lassen"

Seite 122
2. März 1907

"Vereinsnachrichten:
Bergischer Fabrikatenverein, Remscheid

In der Versammlung am 20. Februar wurde u.a. über die Einführung von Normalmaßen für Werkzeuge und die Grundsätze für deren Lieferung verhandelt. Diese überaus wichtige Angelegenheit beschäftigt bekanntlich schon seit längerer Zeit die interessierten Kreise der Fabrikanten und Händler und sind von beiden Seiten Vorschläge ausgearbeitet worden. In obiger Sitzung wurden nun die unter Leitung des Bergischen Fabrikaten-Vereins von Spezialkommissionen der Fabrikanten aufgestellten Maße und Lieferbedingungen für eine Anzahl Werkzeuge (Sägen, Beitel, Hobeleisen, Bohrer, Feilen und Rapeln) zur Besprechung unterbreitet und fanden nach lebhafter Erörterung mit einigen kleinen Änderungen Annahme. Es wurde dann beschlossen, alle Interessenten, Fabrikanten wie Kaufleute, zu einer Versammlung an neutraler Stelle (Saal des Restaurants Rockenberg, Remscheid, Alleestraße) öffentlich einzuladen, damit auch diejenigen, welche nicht Mitglieder des Bergischen Fabrikanten Vereins sind, zu den Vorschlägen Stellung nehmen können. - Wir werden aber diese Versammlung, die auf den 28.Februar anberaumt worden ist, in der nächsten Nummer berichten."

Seite 271
27. April 1907

"Zur Einführung von Normalmaßen für Werkzeuge
Unter Bezugnahme auf die vorige Nummer begonnene Veröffentlichung der von den Fabrikanten- und Händlervereinen ausgearbeiteten neuen Maße für Werkzeuge sei hier ausdrücklich bemerkt, daß die Einführung derselben, sowie auch der gleichzeitig beabsichtigten veränderten Verpackungen nach dem Dezimalsystem nicht sofort, sondern bis zum 1. Januar 1909 stattfinden soll. Im übrigen sind die Vereinbarungen zwischen den verschiedenen Interessentengruppen noch keine gültigen. Die Veröffentlichung der für die Allgemeinheit jetzt erst in Vorschlag kommenden Aenderungen geschieht nur zu diesem Zwecke, allen Interessenten Gelegenheit zur Kritik zu geben, damit etwas wirklich gutes geschaffen wird.
Uebrigens muß aber auch auf die bestehenden Verhältnisee in der Fabrikation gebührend Rücksicht genommen werden. Die Aenderungen erfordern zu ihrer Durchführung eine geraume Zeit.
Es ist somit verfrüht, wenn, wie uns von Fabrikanten geklagt wird, schon jetzt bei Bestellungen die geplanten neuen Maße und Verpackungen gewünscht oder unbedingt verlangt werden."

Seite 513
4. Mai 1907

"Einführung von Normalmassen für Werkzeuge (Fortsetzung)

... Beitel (Stemmeisen)
1. Stechbeitel, kurze leichte und kurze schwere
Breite 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18 mm
Breite 20, 22, 24, 26, 30, 35, 40, 45, 50 mm

2. Hohlbeitel, kurze (Die Breite wird quer Außen- zu Außenkante im Kaliber gemessen)
Breite 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 29, 22, 24, 26, 30, 35 mm

3. Halblange starke und halblange spanische Beitel
Breite 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18 mm
Breite 20, 22, 24, 26, 30, 35, 40, 45, 50 mm

4. Lange leichte Beitel
Breite 40, 45, 50 mm

5. Zimmermannsbeitel (lange spanische)
Breite 20, 22, 24, 26, 30, 40, 45, 50 mm

6. Rück- oder Kantbeitel
Breite 16, 20, 22, 24, 26, 30, 35, 40 mm

7. Lochbeitel
Breite 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 20 mm

8. Drechslerbeitel, flache schräge (Drehmeisel)
Breite 8, 12, 16, 20, 24, 28, 32, 36, 40 mm

9. Drechslerbeitel, hohle (Drehrähren)
(Die Breite wird quer in gerader Linie von der Außen- zu Außenkante im Kaliber gemessen)
Breite 8, 10, 12, 16, 20, 24, 28, 32, 36, 40 mm

10. Fitschenbeitel
Breite 1 1/4, 1 1/2, 2, 2 1/2, 3 mm

11. Schnitzerklingen
Länge der Schneide in gerader Linie gemessen: 80, 100, 120 mm

Hobeleisen

1. Schrubb- und Doppelschrubbhobeleisen
Breite 26, 28, 30, 32, 36, 40 mm

2. Schlichthobeleisen
Breite 40, 42, 44, 46, 48, 50, 52 mm

2a. Zahnhobeleisen B. 1/2 S.S.
Breite 46, 48, 50 mm

3. Loch- und Doppelhobeleisen
Breite 40, 42, 44, 46, 48, 50, 52, 56, 60, 65, 70 mm

3a. Plattbankhobeleisen
Breite 56, 60 mm

4. Küferhobeleisen, gleich breit und mit Stiel
Breite 80, 90, 100, 110, 120, 130, 150 mm
Ganze Länge 400, 400, 400, 430, 430, 460, 500 mm

5. Leisten- und Simshobeleisen
Breite 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 32, 34, 36 mm

6. Nuthobeleisen
Nuthobeleisen werden nur mit Haken geliefert, und zwar in gewöhnlicher Stärke schwarz und in schwerer Ausführung ganz blank
Breite 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 20 mm"

 

Seite 546f
18. Mai 1907

"Aus Handelkammerberichten - Berlin (Fortsetzung)
Der Handel mit Werkzeugen und kleinen Werkzeugmaschinen lag günstig. Die Aufwärtsbewegung, die im Jahr 1905 zu verzeichnen war, hielt weiter an und bewirkte ein Anziehen der Preise auf der ganzen Linie. Besonders gestiegen sind die Preise grober Artikel, wie Ambosse, Schraubstöcke, Hacken usw., und zwar nicht nur infolge erhöhter Preise der Rohmaterialien und Arbeitslöhne, sondern bei Ambossen und Hacken besonders dadurch, daß die Fabrikanten sich vereinigt und gemeinsam die Preise in die Höhe gesetzt haben. Allerdings waren die Preise dieser Artikel in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen, so daß die Fertigfabrikate kaum einen Nutzen übrig ließen; ob aber die gewaltigen Erhöhungen (bei Ambossen betragen solche in leichten Sorten mehr als 25 Proz.) im richtigen Verhältnis stehen, muß bezweifelt werden. Andere Werkzeuge, z.B. Sägen, Feilen, Hobeleisen und Stechbeitel, sind um 5 bis 7 1/2 Proz. teurer geworden.
Trotz der erhöhten Preise war die Nachfrage eine sehr lebhafte, so daß immer längere Lieferfristen gefordert wurden; sie erreichten für bestimmte Sorten Werkzeugmaschinen 14 Wochen und mehr, mußten aber schließlich selbst in diesem Umfange bewilligt werden, Auffallend war ein vorübergehendes Nachlassen des Geschäftes im März und Oktober. Im Herbst war eine Ursache de kurzen Stille wohl die Geldknappheit, die ein Zurückhalten des Kapitals und ein gewisses Mißtrauen in die Stetigkeit der guten Konjunktur zu Folge hatte. Im November ..."

Seite 623

 

 

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Beitelhersteller in der Zeichenrolle

Fabrik- und Warenzeichen

Bereich: Remscheid, Cronenberg

Erläuterung: Bei dem Begriff "Zimmermannsgeräte" , "Zimmermannswaren" oder "Schreinersgerätschaften" kann nicht mit Sicherheit auf die Herstellung von Beiteln geschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit ist aber recht hoch.

Alphabetisches Verzeichnis der Warenzeichenbesitzer aus Cronenberg nach der Zeichenrolle von 1766
(Quelle: "Cronenberg - aus Geschichte und Wirtschaft", 1970) [B122]

Darstellung nur der Hersteller von Schreinerwerkzeugen

 

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Cronenberger Zeichenrolle

Die Zeichenrolle des Cronenberger Handwerkgerichts (1766-1829) und ihre Nachfolger

 

"Carl Theodor Von Gottes Gnaden Pfaltz Graf Bey Rhein des heiligen Römischen reichss Ertz-Schatz-Meister und Churfürst in Bayern zu Gülich Cleve und Berg Hertzog, Fürst zu Mörs, Marquis zu Bergen op Zoom.

Unseren gnädigsten gruss zu Vor, wohlgeborner Lieber getreuer!
Nachdem Uns vom Unter Vogten deren geschlossenen Sensenschmits Handwercker Johann Peter Frohn unthgst. hinter Bracht worden, dass ein Jeder dieses Handwercks sein Besonders Zeichen führe, und solches auf die Von ihme Verfertigte Waaren präge, fort das Zufolg des Privilegy articulo 15 to Keiner dem anderen sein Zeichen Nachschlagen solle; welches alles aber Bey jetzigen Zeiten schlecht Beobachtet würde, woraus allerley streit, arresten und andere jrrungen entstehen thätten; alss ist unser ggster will hiermit, dass

 

1 mo alle Jetzt im Brauch seyende Zeichen eingeschrieben, fort weme solche gehörren, und auf welche waaren solche geschlagen seyendt, ins Handwercks protocollum abgetrücket, oder auf Bley geschlagen werden,

 

2 do wan ein Zeichen unter denen Meistern Verkauft wird oder auf erben Uebergehet, der Besitzer oder acquirens (Erwerber) solche Veränderungen ad protocollum anzuzeigen und jnner Vier Zehen Tagen seinen Nahmen alss Jetzigen Besitzer einschreiben zu lassen, Bey Verlust des Zeichens schuldig undt

 

3 tio keinem erlaubt sein solle, ein Neu erwehltes Zeichen zu schlagen; Er habe dan solches zu Vorn in denen Aembteren des Handwercks-Districts Von dennen Cantzlen Publicieren undt ins Zeichen Prothocoll einschreiben Lassen, damit es keinem anderen Meisteren Nach geschlagen werden möge; Wornach ihr also eingangss gemelten Unter Vogten zu instruiren habt, dass dieser nicht allein die gegen wärtige Zeichen in ordnung Bringen, Sondern auch Vors Künftige die einschreibung genau Verrichten, und darüber eine roll oder Verzeichnüs führen, auch Vor eins so anderes ahn gebührnüssen Jedes Mahlen nicht Mehr dan dreissig stüber Nehmen solle, dessen uns gnädigst Versehendt wir eich mit gnaden gewogendt Verbleibe Düsseldord den 19ten Xbris 1765

 

auss Höchst gemelt H. Churfürstl.

gnädigstem Befehl

Graf Von Golt Stein

 

ahn

ober Vogten deren geschlossene

Sensenschmits Handwercker

FHrrn Von Schirp

Pütz

 

"Die Zeichenrolle als Quelle für die Erfassung gewerblicher Verhältnisse in Cronenberg

 

Die Zeichenrolle wurde von 1766 bis 1829 geführt. Die vor allem in späterer Zeit nicht immer sorgfältig, zum teil unvollständig erfolgten Eintragungen enthalten im Normalfall außer dem Datum den Namen des Zeichenbesitzers mit Wohnort, die Art der Ware, auf die er seine Zeichen schlägt, und eine Beschreibung seines Zeichens oder seiner Zeichen (...). Neben der Eintragung ist das Zeichen in Siegellack aufgedruckt. Leider sind diese Abdrucke nicht immer deutlich zu erkennen, einige sind auch vom Zahn der Zeit beschädigt oder nicht (mehr) vorhanden. Während der letzten Jahre der Zeichenrolle hat man teilweise ein zweckmäßigeres Verfahren angewandt: die Zeichen wurden neben dem Text schwarz-weiß abgedruckt. (In den späteren Zeichenrollen wurde nur noch so verfahren, außerdem wurden in der Zeit von 1831 bis 1837 die Zeichen auf Bleitafeln geschlagen). Für die Cronenberger, Lüttringhauser und Remscheider Eintragungen wurden (in dieser Reihenfolge!) gesonderte Abschnitt(e) angelegt. ..."

 

aus "Cronenberg - Aus Geschichte und Wirtschaft", Bockemühl, Knübel, Rausch, Stursberg, Wilms [B122]

 

Die Bleitafeln

 

Nach Hans Jungblut "Zeichenbräuche der Schmiede und Schleifer zu Remscheid, Cronenberg und Lüttringhausen" gibt es im Heimatmuseum Remscheid elf Bleitafeln mit insgesamt 431 Eintragungen.

Der Verbleib ist zur Zeit im Heimatmuseum nicht bekannt.

 

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Hölterhoff & Jörgens

Firma Hölterhoff & Jörgens 
Branche  
Adresse Remscheid 
gegründet  
geschlossen  
Hersteller x
Händler  
Beitel x
Bildhauerwerkzeuge  
Weitere Infos Nachweis über die Firma Hölterhoff & Jörgens - "Manufact." - im Jahr 1833 2
Quelle 1 Waarenzeichenblatt - Herausgegeben vom Kaiserlichen Patentamt, 1895, Heft 2
2 Adreßbuch der Kaufleute und Fabrikanten von ganz Deutschland, so wie der Haupthandels- und Fabrikorte des übrigen Europa's und der anderen Welttheile Nürnberg 1833 

 

Warenzeichen Bemerkung
Warenzeichen der Firma Hölterhoff & Jörgens, Remscheid, Deutschland, #2546
"Nr. 2546. H. 626. Hölterhoff & Jörgens, Remscheid.
Anmeldung vom 9.11.(18)94/27.5.(18)75
Eintragung am 9.2.(18)95.
Geschäftsbetrieb: Fabrikation von Eisenwaaren.
Waarenverzeichniß: Feilen, Sägen, Hobeleisen, Beitel, Hämmer." 1

 

 

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