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Erbschloe, Friedrich Wilhelm

FirmaFriedrich Wilhelm Erbschloe 
Branche Hammerwerk 6 
Adresse Lüttringhausen, Deutschland 
gegründet ca. 1820 von F. W. Erbschloe
Inhaber seit 1869: Wilh. Erbschloe´s Witwe, Aug. Erbschloe´s Wittwe und O. Benninghaus 6
eingetragen ins Register als KG: 1911 5
geschlossen gelöscht im Register als KG: 1995 5
Hersteller x
Händler
Beitel  
weitere Infos "Es existiert eine Urkunde vom 20. Juni 1779, auf der vermerkt ist, daß von Friedrich Wilhelm Erbschloe jun. ein Hammerwerk unter dem Namen "Erbschloe-Hammer" gebaut wur­de. Kurze Zeit später wurden der Laaker-Hammer und 1780 der Lenhartz-Hammer erbaut. Letzterer ist, auf den Grundmauern des alten Hammers aufgebaut worden und stand an der Stelle des heute umgebauten Werkes. Wilhelm Erbschloe ging dazu über, Werkzeuge, insbesondere Feilen und Sä­gen, herzustellen und schlug auf seine Qualitätserzeugnisse vor nun mehr weit über 150 Jahren als Fabrikzeichen den nach vorwärts schreitenden Hahn, der heute noch als Warenzeichen geschützt ist. Großvater Erbschloe war auch der erste, der sich mit der Fabrikation von Steinsägen befasste. Dieses Geschäft hat sich stets vom Vater auf den Sohn vererbt. 1881 wurde dem alten Hammer ein Fabrikneubau hinzu­ gefügt, und 1895 erfolgte ein Büroneubau. Somit war das Wasser vom darüberliegen­den Teich abgeschnitten. Es wurde fortan nur noch mit Dampfkraft gearbeitet. Die 1891 eröffnete Schmalspurbahn von Ronsdorf nach Müngsten erleichterte den Trans­port von schweren Lasten (Ware& und Koh­len). Historischen Bildern ist zu entnehmen, daß die Verladegleise bis vor die Tore der Firma gingen. In diesem Zusammenhang weiß wohl kaum noch einer, daß von Lüttringhausen kommend, ebenfalls ab 1907eine Straßenbahnlinie fuhr. Sie brachte aber nicht den erhofften Aufschwung und wurde 1923 wieder abgerissen. 1911 wurde die Firma geteilt. Der 1929 verstorbene Her­mann Erbschloe übernahm mit seinem "Erbschloe-Werk" die Nachfolgegebäude des Erbschloe - Hammers, der 1943 gefallene Friedrich Wilhelm und sein Bruder Adolf gründeten die heutige "F.W. Erbschloe K.G.", die sich auf Steinsägen und die damit zusam­menhängenden Geräte und Werkzeuge spe­zialisierte. In den 1970er Jahren sind die Geschäftsführer als Inhaber Friedrich Wil­helm Erbschloe und Dipl.-Ing. Adolf Erb­schloe. 2

"Fr. Wilh. Erbschloe zu Lüttringhausen: 33 Stück Hobeleisen und Meißel aus Deutschem raffinirten Stahl." 4 
Bildhauerwerkzeuge  

 

Warenzeichen der Firma Friedrich Wilhelm Erbschloe

Warenzeichen der Firma Friedrich Wilhelm Erbschloe, Lüttringhausen, Deutschland, #10060
Die Zeichenrolle des Remscheider Handwerksgerichts (1831-1837)

Am 31. Dezember 1835 ließ sich Friedrich Wilhelm Erbschloe sein Zeichen "den Hahn" (auf raffinierten Stahl) in die Remscheider Zeichenrolle eintragen:
Auszug aus der Remscheider Zeichenrolle: Eintrag von Friedrich Wilhelm Erbschleo, #381 1831-1837
Abb. 1 | Auszug aus der Remscheider Zeichenrolle (1831-1837): Eintrag von Friedrich Wilhelm Erbschleo, #381  1

 

Transkription des obigen Textes (Ungenauigkeiten bitte ich zu entschuldigen):
1831-1837 381
Erbschloe
Friedrich Wilhelm
in
Lüttringhausen

Nachdem der Fabrikant Friedrich Wil-
helm Erbschloe auf der Halbach
Gemeinde Lüttringhausen auf die
Anerkennung und Eintragung des
neben abgedruckten Zeichens: "der
Hahn" angetragen hat, und nach ge-
schehener Publication während der
gesetzlichen Frist keine Einsprache
eingekommen ist, so ist die Eintra-
gung heite geschehen, und demnach
der vorgenannte Eigenthümer be-
rechtigt, das Zeichen: der Hahn, auf
raffinirten Stahl zu prägen.
Remscheid den 31.Dezember 1835
Die Kommission
H.Scharff, SHasenclever Peter Müller JPicard

 

Interessantes über die Firma Friedrich Wilhelm Erbschloe

Bekanntmachung über die Erstellung eines Stahl-Raffinier-Hammers von Friedrich Wilhelm Erbschloe im Jahr 1835

 
Bekantmachung über den Bau eines Hammers von Friedrich Wilhelm Erbschloe im Jahr 1835
Abb. 2 | Bekantmachung über den Bau eines Hammers von Friedrich Wilhelm Erbschloe im Jahr 1835 3

 

Transkription des obigen Textes (Ungenauigkeiten bitte ich zu entschuldigen):
529.
Bekanntmachung.

242. Der auf der Halbach wohnende Kaufmann Herr Friedrich Wilhelm Erbschloe
beabsichtigt, auf dem Marscheider Bach in hiesiger Bürgermeisterei in der Nähe der mit-
telsten Laaken auf eigenthümlich darzu acquirirtem Grunde einen Stahl-Rafinir-Hammer
mit oberschlägigem Wasserrade zu erbauen. Diejenigen, welche nun durch diese Neue
Anlage eine Gefährdung ihrer Rechte befürchten, werden unter Bezugnahme auf die Gou-
vernements-Verordnung vom 8. November 1814 aufgefordert, ihren Widerspruch binnen
der präklusivischen Frist von 8 Wochen a dato bei dem Bauherrn und dem Unterzeichne-
ten einzulegen. Der das Nivellement nachweisende Plan liegt auf hiesigem Verwaltungs-
Bureau zur Einsicht offen.
Lüttringhausen, den 6. Jnui 1835    Der Bürgermeister: Wetter.

 


 


1 Mit freundlicher Genehmigung des Historischen Zentrums Remscheid - Findmittel AXB-20
2 Auszug aus Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid, Herausgegeben von Günther Schmidt †, Band 4 -Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach  (mit freundlicher Genehmigung Bergischer Verlag RS, Gesellschaft für Informationstechnik mbH & Co. KG, Auf dem Knapp 35, 42855 Remscheid)
3 Oeffentlicher Anzeiger Nr. 45, 26. Juni 1835, Amtblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf
Amtlicher Bericht über die Industrie-Ausstellung aller Völker zu London im Jahre 1851, von der Berichterstattungs-Kommission der Deutschen Zollvereins-Regierungen - Berlin 1853
5 Gemeinsames Registerportal der Länder
6 Handbuch der Leistungsfähigkeit der gesammten Industrie Deutschlands, Oestereichs, Elsass-Lothiringens und der Schweiz, 1. Band 1873

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