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Christians, Friedrich Wilhelm Gebrüder

Firma Gebrüder Friedrich Wilhelm Christians
Branche Messer, Schneidwaren und Bestecke 
Adresse Solingen, (Cronenberg)
gegründet 1824 2
geschlossen --> 
Hersteller
Händler  
Beitel -- 
Bildhauerwerkzeuge -- 
Quellen 1 Allgemeines Zeichenregister für das Deutsche Reich, 1875
2 Stadtarchiv Solingen, Fi 026, Gebrüder Christians Stahlwarenfabrik
3 Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf, Jahrgang 1861, Blatt-Nr. 9
4 Internetauftritt: gebrchristians.de
Kataloge  
 

 

Warenzeichen Bemerkung
Warenzeichen der Firma Gebrüder Christians, Solingen, Deutschland 
"Nro. 256. Die Fabrik-Handlung Gebrüder Christians zu Schaafenhaus Gemeinde Gräf-
rath, hat nachstehendes Fabrikzeichen, genannt "Die Gabel" nämlich:

bei der unterzeichneten Stelle angemeldet, um solches als alleiniges und auschließliches Eigenthum zur
Bezeichung und Verpackung aller Stahl- und Eisenwaaren zu erwerben. Etwaige Einsprüche gegen
die Erwerbung dieses Zeichens sind innerhalb der Präklusivfrist von zwei Monaten von heute ab, bei
uns anzumelden und auf dem vorgeschriebenen Wege zu rechtfertigen.
Solingen den 2. Februar 1861
Das Königliche Gewerbegericht
Gerresheim.     Correns" 3

 

"Gebrüder Christians in Solingen,
Eingetragen bei dem Königlichen Handelsgericht zu Elberfeld,
nach Anmeldung vom 16. August 1875, Morgens 9 Uhr 30 Minuten,
für Eisen- und Stahlwaaren:

unter Nr. 79 das Zeichen:

welches auf den Waaren und deren Verpackung angebracht wird" 1

   

 

"Die Firma Gebrüder Christians wurde 1824 durch Johann Abraham und Karl Wilhelm Christians gegründet. Die Familie, von Cronenberg kommend, hatte in der Mitte des 18. Jahrhunderts im Altenfeld in Gräfrath Grundbesitz erworben und die Männer waren als Landwirte und Schmiede tätig und auf die Herstellung von Stiefeleisen spezialisiert. Im Gründungsjahr der Firma beschäftigten die Christians bereits 26 Handschmiede und Arbeiter. 1838 wurde das in der Nähe liegende Gut Schafenhaus zur Erweiterung der Produktionsstätten gekauft.

1856 traten Reinhard und Carl, die Söhne Wilhelm Christians, in die Firma ein und erwarben 1860 ein großes Grundstück an der Kaiserstraße in Solingen. Für den geplanten Umzug der Firma 1862 bauten sie dort neue Wohnhäuser, Kontor- und Lagergebäude und Fabrikanlagen. Das Warensortiment der Firma war inzwischen auf Messer, Schneidwaren und Bestecke erweitert worden. Das Geschäft war erfolgreich und Christians verkaufte nach der Jahrhundertwende Waren in der ganzen Welt. Bis 1975 wurde die Firma von drei weiteren aufeinander folgenden Brüdergenerationen geführt. Die Firmenvillen (heute: Konrad-Adenauer-Straße 72-74) wurden in den 1980-er Jahren von neuen Besitzern erhalten und großzügig renoviert. (Dazu: Fahmüller/Rogge/Kieser, Villen in Solingen, Worms 2009, S. 147-148).

Der überlieferte Archivbestand ist nicht sehr umfangreich. Vor allem der Teil über das Firmengeschäft hat nur Einzelstücke, allerdings liegt eine größere Anzahl von Musterbüchern aus den Jahren 1885 bis 1920 vor.

Hauptstück der Überlieferung sind Urkunden und Verträge, die Erbschaften, Firmenübergaben und Grunderwerb der Familie Christians seit 1741 bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts festhalten. Eine Sonderrolle nimmt dabei der Verzeichnisteil 3.3 Grundbesitz Fleussmühle ein. Eugen Christians hatte die Mühle mit Ländereien in der Nähe von Kohlfurth 1920 von der Familie Fedder erworben und mit dem Kauf wohl auch zahlreiche Dokumente zur Mühle und ihren Besitzern seit 1746 erhalten. Mit diesen Unterlagen können die Darstellungen Ludwig Lunkenheimers (Schleifkotten, Mühlen und Hämmer an den Solinger Bächen, Köln 1990, S. 42-44) und anderer Heimatforscher zur Fleussmühle ergänzt und in Einzelheiten korrigiert werden. Vor allem die Besitzübergänge 1746 und 1803 an die Familien Fleuss und Kohl und der Grundbesitz der Mühle lassen sich durch die Urkunden nun besser verfolgen." 2

 

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